Neues Baugebiet "An der Filderkoppel" in Borsum

Das in Borsum neu geplante Baugebiet „An der Filderkoppel“ steht kurz vor der Öffentlichkeitsbeteiligung. Seitens der Gemeinde geplant ist die Aufstellung sog. Örtlicher Bauvorschriften, die die planungs- bzw. bauordnungsrechtlichen Vorschriften ergänzen, so zum Beispiel Vorschriften über Dachneigung, Dacheindeckung, Einstellplätze und Zäune.

Wir haben angeregt, die geplanten Regelungen zu ergänzen, und zwar sollen die Vorgärten – einer ohnehin geltenden Vorschrift der Niedersächsischen Bauordnung entsprechend – als Grünflächen ausgebildet werden, soweit sie nicht anderweit für die Anlage von Zuwegungen oder Stellplätze für Müllbehälter, Fahrräder usw. benötigt werden. Diese Regelung ist also nicht neu, durch die Örtliche Bauvorschrift soll sie nur in die Erinnerung gerufen werden, da selbstverständlich kaum ein Bürger mit der Niedersächsischen Bauordnung unterm Arm durchs Leben läuft.

Den Antrag haben wir in der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Gemeindeentwicklungsausschusses vom 22.11.2018 vertreten und ein positives Echo erfahren (vgl. Berichterstattung in der HAZ v. 24.11.2018). Auch der Ortsrat Borsum hat in seiner Sitzung vom 29.11.2018 diese angedachte örtliche Bauvorschrift fast einstimmig begrüßt. Die Planung für das Neubaugebiet wird in den nächsten Tagen in die erste Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung gehen. 

 

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Zur Klarstellung: der klassische Steingarten mit abgemagertem Boden und darauf standorttypischen (Blüten-)Pflanzen wird von dem Verbot nicht erfasst. Lediglich die mehr und mehr um sich greifenden Schotterflächen, vielleicht noch mit einer darunterliegenden Folie – entsprechen keineswegs dem Zustand, den wir uns auf den nicht überbauten Grundstücksflächen erhoffen. Auch die für die Natur eher bedeutungslosen Zierrasenflächen werden von dem Verbot nicht erfasst, so weit sollen die Regelungen in die Dispositionsfreiheit des Grundstückseigentümers nicht eingreifen.

Also: vor dem Hintergrund des zu beobachtenden Insektensterbens und dem damit einhergehenden Futtermangel für (insbesondere ihre Jungen versorgenden) Vögel ist die beabsichtigte Regelung eigentlich selbstverständlich, will man einem bedenklichen Modetrend wirksam gegensteuern. Welche Auswirkungen der haben kann, kann im Internet unter dem Stichwort „Gärten des Grauens“ betrachtet werden.

Und – wie gesagt - : es sind keine neuen Einschränkungen für Grundstückseigentümer beabsichtigt. Es wird lediglich eine bereits geltende Ordnungsvorschrift in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

 

 

 

 

Die Vorschrift des § 9 Abs. 2 der Niedersächsischen Bauordnung lautet wie folgt:

 

"Die nicht überbauten Flächen der Baugrundstücke müssen Grünflächen sein, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind."