Ein Friedwald im Gemeindewald?

 

(wk) Was sich zunächst als lautes kommunalpolitisches „Nachdenken“ anhörte (so etwas ist ausdrücklich erwünscht und sollte Ausgangspunkt für einen vertieften Dialog mit dem Bürger vor Ort sein), kam wenig später als knallharte wirtschaftliche Überlegung daher: da erwirbt jemand ein Grundstück von respektabler Größe im Borsumer Wald und plant eine Begräbnisstätte. So hatte das unterstellte kreative Nachdenken unserer gewählten Vertreter wohl doch seinen geistigen Vater.

 

 

 

Aber das ändert nichts an der Idee und mit dieser sollte bzw. muss man sich auseinandersetzen. Insbesondere der Naturschutz.

 

 

 

Was sagen die Unternehmer dazu? Dieser link führt den Leser zu dem Internetangebot einer Bestattungsfirma, die sich mit solchen konkreten Bestattungsformen beschäftigt:

 

 

 

https://www.bestattungen.de/ratgeber/friedhof/friedwald.html

 

 

 

Aber machen wir uns nichts vor: es geht nicht nur darum zu entscheiden, ob das von den Kunden erwartete friedliche „Blätterrauschen“ auch gern mal ersetzt werden darf durch das Geräusch der Autoreifen auf der nahen Kreisstraße. Es geht auch darum, ob der Borsumer Wald (oder ein anderer Gemeindewald) das Maß an Infrastruktur verträgt, das zwangsläufig mit der Anlage einer solchen Begräbnisstätte verbunden sein wird. Die Trauergemeinde will mit dem Auto anreisen, sie will Autos parken, sie will vielleicht auch bauliche Anlagen auf dem Gelände, sicher sein, dass ihr kein Ast auf dem Kopf fällt. Denn - ohne dies geprüft zu haben - für eine Begräbnisstätte gelten wohl andere Verkehrssicherungspflichten als für den „normalen“ Waldbesucher.

 

 

 

Die Gemeinde leidet keinen Mangel, sie hat nur ausgesprochen wenig Waldflächen. Das ist ihr Manko. Wie man mit diesem überaus knappen Gut umgeht … DAS bedarf einer breiten Diskussion und Meinungsbildung. Der Borsumer Ortsrat hat sich jedenfalls in seiner jüngsten Sitzung gegen den Friedwald ausgesprochen (vgl. HiAZ-Artikel vom 10. Juni 2017 Bl. 20).