Überragend: 200-m-Anlage bei Freden (Foto: Kauer; 28.09.2014)
Überragend: 200-m-Anlage bei Freden (Foto: Kauer; 28.09.2014)

Neue Windenergieanlagen bei Hönnersum geplant

(nicht aktuell)

 

1) Windenergie im Zielkonflikt

 

So sehr die regenerative Energieerzeugung auch zu begrüßen ist, auch sie ist für Mensch und Natur nicht nebenwirkungsfrei zu haben.

 

Für die Windenergie bedeuten zu nahe an der Wohnbebauung geplante Standorte für die Anwohner Lärmbelästigungen und „Discoeffekte“. Konflikte müssen regelmäßig unter Zugrundelegung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen entschieden werden, wenn eine Einigung nicht erzielt wird. Subjektive Empfindungen und der Hinweis auf die Einhaltung physikalisch definierter Grenzwerte bringen nicht immer den ersehnten Frieden. 

 

Auch das Landschaftsbild verändert sich, wobei darüber gestritten wird, ob diese Veränderung im Interesse der umweltfreundlichen Energieerzeugung hinnehmbar oder abzulehnen ist.

 

Uns Naturschutzsicht bringen die Windkraftanlagen insbesondere Gefährdungslagen für die Avifauna und Fledermäuse, so dass die kontroverse Diskussion auch vor den Umweltverbänden nicht Halt macht. So schlagen allzu oft zwei Herzen in einer Brust: Ausbau der Nutzung solarer Energien (Sonne und Wind) einerseits und Schutz von Mensch, Natur und Landschaftsbild andererseits. Ein Zielkonflikt, der im konkreten Einzelfall gelöst werden will.

 


 

2) Die Voraussetzungen für die Errichtung von Windenergieanlagen lassen sich in planerische und zulassungsrechtliche unterteilen.


Der Landkreis Hildesheim führt derzeit für das neue Regionale Raumordnungsprogramm ein (zweites) Beteiligungsverfahren durch. Die beabsichtigte Ausweisung des vorstehend beschriebenen Vorranggebietes kann nachfolgendem Kartenausschnitt - veröffentlicht im Internet - entnommen werden

 

http://www.landkreishildesheim.de/media/custom/1905_1732_1.PDF?1414413849

 

 

wie folgt (verkleinerte Darstellung):

 

 

 

 

Die Gemeinde hat im Rahmen ihrer Bauleitplanung die Außengrenzen des Standorts von Windkraftanlagen festgelegt.

 

Im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungs-verfahrens findet derzeit eine Umweltverträglichkeitsprüfung statt. Der Verein hat zu den avifaunistischen Gesichtspunkten eine naturschutzfachliche Stellungnahme abgegeben. 

 

 

Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 31.12.2016 nun, der Landkreis habe den Antrag des Investors (Innovent GmbH) nicht entsprochen. Die Windräder würden den Blick auf Hildesheims Panorama und damit auch auf die Welterbestätten der Stadt Hildesheim verschandeln.

 

Die Entscheidung überrascht etwas und es bleibt abzuwarten, ob sie bestandskräftig wird. Der Investor will jedenfalls seine Absichten - notfalls mit verringerter Anlagenzahl - weiterverfolgen. Rechtliche Unsicherheiten ebnen möglicherweise den Weg zu einer einvernehmlichen Lösung mit der Vewaltung.

 

Für uns waren die Planungen aus artenschutzrechtlichen Gründen von Bedeutung, denn eine von vielen geliebäugelte Verschiebung des Planungsgebietes Richtung Osten hätte neue Konflikte heraufbeschworen, da für den Vogelschutz wichtige Gebiete tangiert worden wären.