Streifzüge durch die Natur

 

Ein aufmerksamer Spaziergang ... und schon bemerken wir Dinge in der Natur, die unsere Aufmerksamkeit wecken. Wir werden auf dieser Seite in lockerer Folge und ohne jegliche Systematik sowie wissenschaftlichen Anspruch Kurzbeiträge unserer Mitglieder vorstellen, die sich um Fragen drehen, die neugierig gemacht haben. Und wir sind auch jedem dankbar, der uns über die Kontaktseite mit weiteren Beiträgen "füttert". 

 

 

 

 

Aktuelle Beiträge

April 2020

Spaziergang im Borsumer und Harsumer Frühlingswald (6. Teil)

 

"Liebe Freunde des puristischen Grüns" ... so fühlte ich mich fast schon angesprochen, als ich - diesmal im Harsumer Gemeindewäldchen - vor dieser Pflanze stand. Keine farbige Blüte zeigte sich. Man musste schon genau hinschauen, um überhaupt etwas anders als grünes Blattwerk zu sehen. Es handelte sich um das Bingelkraut. Ob es sich hierbei um das Einjährige Bingelkraut (Mercurialis annua) oder das Waldbingelkraut(Mercurialis perennis) handelte, ist leider vor Ort nicht festgestellt worden. Ersteres hat einen stump 4-kantigen Stängel, letzteres einen runden.  

 

Beide Arten sind schwach giftig, in einem Smoothie haben sie deshalb nichts zu suchen. 

 

Da die getrocknete Pflanze durch einen eingelagerten Farbstoff metallartig blauschwarz schimmert, dachten die Alchimisten des Mittelalters, man könne mit Hilfe der Pflanze Quecksilber (Mercurium) in Gold verwandeln. So kam die Pflanze wohl zu ihrem lateinischen Namen. 

 

Vor wenigen Tagen haben wir die Spaziergänge gestartet, und schon ist zu beobachten, wie die Laubbäume ihre Blätter entfalten. Nicht lange, so werden diese kleinen "Sonnenkraftwerke" um jeden Strahl miteinander wetteifern und für die Pflanzenschicht am Boden bleibt dann nicht mehr viel übrig. Die Frühblüher werden sich zurückziehen bis zum nächsten Frühling. Dann werden wir wieder unterwegs sein. 

 

Für uns jedoch  kein Anlass, die botanischen Spaziergänge einzustellen. Nur werden wir eben im Verlaufe der nächsten Monate andere Orte unseres Vereinsgebiets besuchen und in lockerer Folge über unsere Beobachtungen berichten ... wenn es euch gefallen hat. 

 

 

 

 

Der vormals kahle Laubwald zeigt immer mehr Blattwerk. Zeit für die Frühblüher, sich zurückzuziehen:

Spaziergang im Borsumer Frühlingswald (5. Teil)

 

(wk) Heute wird der Spaziergang etwas weniger "dramatisch". Keine Fallen für unbedachte Insekten, sondern grasartige größere Horste mit kleinen zierlichen weißen Blüten fallen auf.

Schauen wir uns die Blüten einmal näher an:
Die scheinbar 10 Blütenblätter sind jeweils paarweise bis zur Mitte miteinander verwachsen. Also sind es eigentlich nur 5 "echte" weiße Blütenblätter. Es ist die *Große Sternmiere* (Stellaria holostea), die wir hier entdeckt haben, ein Nelkengewächs.
Diese Blütenblätter sitzen auf etwa halb so langen grünen Kelchblättern, was wir sehen, wenn wir den Stängel vorsichtig umbiegen, um die Unterseiten der Blüten sehen zu können.

Die am Stängel sitzenden Pflanzenblätter sind sehr schmal und spitz zulaufend. Wir finden diese Pflanze in Laubwäldern, Gebüschen und Waldrändern; sie liebt das Licht.

 

Die Stängel sind für die Blüten scheinbar etwas dünn geraten. Aber mit ihren Blättern suchen sie Halt an anderen Stängeln oder anderen Pflanzen und irgendwie klappt das dann doch noch, dass alle aufrecht stehen bleiben.

 

Foto: W. Kauer
Foto: W. Kauer

Spaziergang im Borsumer Frühlingswald (4. Teil)

 

(wk) Nicht weit von der gestern betrachteten Knoblauchsrauke entfernt schiebt sich eine andere Pflanze
in die Höhe. Spitz und kompakt kommt sie aus der Erde. Es ist der gefleckte Aronstab (arum maculatum).

Bei näherer Betrachtung sehen wir, dass uns zunächst nur der tütenförmig von einem Hüllblatt umschlossene Kolben aufgefallen ist, der Aronstab am Boden noch ein Blattrosette mit breiten, pfeilförmigen Blättern hat, die Flecken aufweisen (daher auch die Namensgebung).

Der Bestäubungsmechanismis dieser Pflanze ist raffiniert. Angelockt werden kleine Fluginsekten (meist die winzigen Schmetterlingsmücken). In dem Hüllblatt steckt der sog. Kolben, am Fuß bildet das Hüllblatt dort eine Verdickung mit einem Innenraum, dem sog. Kessel.

Am unterem Ende des Kolbelns sitzen auch die weiblichen und männlichen Blütenteile. Darüber wachsen am Kolben ringförmig sog. Reusenhaare. Im Kessel erhöht die Pflanze die Temperatur auf bis zu 40 Grad.

Die kleinen Mücken werden durch die Wärme und einen Duftstoff angelockt und rutschen an der inneren glatten Wand nach unten in den sog. Kessel. Dort geraten die Insekten in vorübergehende "Gefangenschaft", während der sie mitgebrachten Pollen an den weiblichen Blütenteilen abstreifen und von den männlichen Blütenteilen neuen Pollen aufnehmen, der an den Borsten des Insektenkörpers hängen bleibt. Der Vorgang dauert ca. 24 Stunden. Dann entlässt die Pflanze die Insekten wieder aus ihrer Gefangenschaft. Aus den befruchteten Blüten entwickelt der Aronstab später den Fruchstand in Form zunächst grüner, später leuchtendroter Beeren.

 

Alle Pflanzenteile des Aronstabes sind übrigens giftig!

 

Der Bestäubungsvorgang in Einzelheiten:  

 

Blütenökologisch handelt es sich um Kessel-Gleitfallenblumen. Die Blüten sind vorweiblich. Die Bestäubung erfolgt vorwiegend durch die winzige, stark behaarte Schmetterlingsmücke (Psychoda phalaenoides), die auch „Abortfliege“ genannt wird, weil ihre Larven in stark belasteten Abwässern und Fäkalien leben. In den Kesseln finden sich fast ausschließlich Weibchen, die durch den abendlich ausströmenden Harngeruch der Kesselfallenblume angelockt werden, weil sie zu Unrecht einen Platz für ihre Eiablage vermuten. Sie gleiten dann, wenn sie auf die mit winzigen Öltröpfchen besetzte, innere untere Wand des Helms gelangen, durch die Reusenlücken in den Kessel. Die stärkereiche keulige Verdickung der Blütenstandsachse produziert zu dieser Zeit soviel Wärme, dass ihre Basis bis auf 40 Grad aufgeheizt wird und somit die Temperatur im Kessel oft um 25 Grad höher liegt als draußen in der kühlen Frühlingsnacht. Die Wärme dient nur indirekt der Anlockung, da durch sie die harnartig riechenden, als Insektenpheromon wirkenden Duftstoffe doppelt so schnell abgegeben werden, als es ohne diese „Zentralheizung“ der Fall wäre.

Zuerst reifen die weiblichen Blüten heran und sondern an der Narbenspitze einen Tropfen ab, an dem der an den Insekten haftende Pollen hängen bleibt. Dieser Empfängnistropfen dient zugleich dem Aufbau der lebensnotwendigen hohen Luftfeuchtigkeit im Kessel. Er dient aber entgegen früheren Annahmen nicht zur Verköstigung der Besucher, da diese in ihrer einwöchigen Lebenszeit gar keine Nahrung aufnehmen.

Im Laufe der Nacht platzen auch die Staubbeutel auf und bepudern die gefangenen Insekten. Am nächsten Morgen erschlafft der Helm und die Öltröpfchen verschwinden, sodass die Besucher wieder entweichen können. Da die Bestäuber selbst keinen Nutzen von dem Besuch haben, kann man den Aronstab eine Insektentäuschblume nennen. Neuerdings wurde herausgefunden, dass bei der Gattung Arum und seinen Verwandten in der Unterfamilie Aroideae in der äußeren Pollenwand, der Exine, die sonst für alle anderen Blütenpflanzen typischen Sporopollenine fehlen. Die Bedeutung dieses Phänomens ist bis jetzt noch unverstanden, könnte aber mit der speziellen Bestäubungsökologie dieser Sippenverwandtschaft zusammenhängen.“

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefleckter_Aronstab

 

 

Spaziergang im Borsumer Frühlingswald (3. Teil)

 

(wk)  Heute geht es an der süd-östlichen Waldkante entlang. Es ist Vormittag und dieser Weg liegt nun im vollen Sonnenschein.

Neben den dunkelgrünen Blättern der sprießenden Brennesseln fällt das hellere Grün der dort ebenfalls üppig wachsenden Knoblauchsrauke (alliaria petiolata) auf. Der Stängel ist zwar ebenfalls etwas kantig, jedoch unbehaart. Die Pflanze hat keine Brennhaare.

Wie diese Pflanze zu ihrem Namen gekommen ist, merken wir dann, wenn wir ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben: es riecht unverkennbar nach Knoblauch. An einigen Stellen
blüht sie schon weiß an kleinen Blütentrauben. Die Pflanze wächst in Laubwäldern, Hecken und gern auf Schuttplätzen. Sie gedeiht im (Halb-)schatten, ist ein Stickstoffanzeiger.

Die Blätter der K. sind gestielt, die in Bodennähe wachsenden Grundblätter eher rundlich, die am Stängel wachsenden Stängelblätter sind viel stärker zugespitzt.

Die K. wurde seit alters her wie Knoblauch in Küche und Heilkunde verwendet.

Der verschiedene Geschmack von Zwiebel, Knoblauch und Porree beruht auf unterschiedlichen Konzentrationen von Alliinen in den Zellen der Pflanzen.

Die Knoblauchsrauke hingegen enthält keine Alliine, sie erhält den pfeffrigen, knoblauchartigen Geruch/Geschmack durch Senfölglycoside, eine Alternative für denjenigen, der keine Alliine verträgt.

 

Spaziergang im Borsumer Frühlingswald (2. Teil)

 

(wk)  Überwiegend noch nicht blühend, aber mit charakteristischen weiß-silbrigen Flecken auf den Blättern: die Goldnessel (galeobdolon luteum), in deren Blattachseln bald hell- bis goldgelbe Blüten erscheinen werden, an manchen Stellen sind sie schon zu sehen.

 

Sie ist ein Lippenblütler. Und die Preisfrage: wieviel Blütenblätter hat eine Blüte? Oberlippe und Unterlippe, also 2, so ähnlich wie beim Löwenmäulchen im Garten? naja, ganz so einfach ist es nicht. Der Botaniker klärt auf: 2 Blütenblätter sind zur sog. Oberlippe verwachsen, und weitere 3 zur Unterlippe. Also sind es genau genommen 5.

Der Stängel ist 4-kantig.

 

Im weiteren Jahresverlauf werden in unseren Gärten ebenfalls Lippenblütler wachsen, die einen ganz ähnlichen Aufbau zeigen. Zum Beispiel Salbei, Pfefferminz, Zitronenmelisse, Thymian, Lavendel und mehr.

 

Spaziergang im Borsumer Frühlingswald (1. Teil)

 

(wk) Nanu ... Buschwindröschen in 2 Farben?

 

Wir finden solche mit weißen Blütenblättern und (seltener) mit gelben. Beide sind botanisch verwandt.

Das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides) ist seltener zu finden als das weiße Buschwindröschen (Anemone nemorosa). Beide sind giftig. Als Frühblüher lieben sie unseren Eichen-Hainbuchenwald, der im Frühjahr unbelaubt ist und die Sonnenstrahlen noch bis zum Boden durchdringen lässt.

Das wird sich bald ändern und deshalb muss es schnell gehen. Das gelbe Windröschen verträgt etwas feuchteren Boden.

Während das weiße Buschwindröschen meist 6-8 Blütenblätter aufweist, begnügt sich das Gelbe Windröschen mit 5. Dafür hat es meist 2 Blüten pro Pflanze, während das Buschwindröschen überwiegend nur eine Blüte trägt.

 

Februar 2020

 

In Kürze...

 

(aw) 28.02.2020

Bei Feldhase und Wild scheint der in Kürze bevorstehende meteorologische Frühlingsbeginn - zumindest in diesem Fall - noch nicht angekommen zu sein...

(gesehen zw. Borsum u. Bründeln) 

Beiträge 2019

Juni 2019

Zwei grüne Gartengäste

 

(wk) Familie Wille in der Feldstraße in Borsum konnte vor einigen Tagen für längere Zeit zwei Grünspechte im Garten beobachten. Es suchte in dem naturnahen Garten nach Nahrung (Ameisen). Abwechslungsreiche Strukturelemente im Garten (zB neben den üblichen Rasen- und Beetflächen des Nutzgartens auch Bereiche mit Totholz, „wilden Ecken“, Blühpflanzen und Gebüschen) locken immer wieder auch seltenere Tiere in den Garten, die sich dort gut beobachten lassen.

 

Darauf ist die Familie Wille auch ein bisschen stolz, denn in den modernen Designergärten" passiert so etwas vermutlich eher selten...

 

 

Nachstehend einige Fotos, die von dem Ereignis gemacht worden sind.  

 

 

 

Fotos: A. Wille

Feb 2019

Ist nur das Seltene interessant und schön?

(Text u. Fotos: M. Wille)

 

Kürzlich sah ich in einer Fachzeitschrift  für Vogelbeobachter ein Foto mit hunderten von Fotografen die mit riesigen Objektiven im Halbkreis um einen kleinen Vogel standen um den Schnappschuss ihres Lebens zu machen. Das Bild wurde in China, genauer in dessen Hauptstadt Peking, gemacht. Das Überraschende, der sensationelle, seltene Vogel war ein "ganz normales" sich dorthin verirrtes europäisches Rotkehlchen! Ein Vogel also, wie ich ihn tagtäglich an meiner Futterstelle beobachten kann (Bild 1). Jetzt im Winter sicher ein aus dem Norden hier überwinternder Vogel, im Sommer sind dann unsere heimischen Rotkehlchen wieder zur Brut in unseren Gärten. Ihren typischen perlenden Gesang kann man auch jetzt schon häufig hören.                                                                                            Aber wir dürfen uns überhaupt nicht über die Fotografen amüsieren, denn auch wir sind eigentlich ständig auf der Suche nach dem sensationellen, sehr, sehr seltenen Schnappschuss und übersehen dabei oft wie schön und bereichernd für unser Leben die hier heimischen Sing- und Greifvögel sind. Wer sich zum Beispiel einmal genau eine Rauchschwalbe ansieht, die in meiner Kindheit noch sehr zahlreich in den vielen Kuh- und Pferdeställen ihre Nester bauten und für die die Landwirte immer ein Fenster zum Ein- und Ausflug offen ließen, denen es aber heute leider an Nistmöglichkeiten fehlt, der erkennt schnell wie wunderschön dieser oft nicht beachtete Vogel ist (Bild 2). Oder den Wappenvogel unserer Nachbargemeinde Algermissen, die Elster. Oft nur mit Schwarz - Weiß beschrieben. Aber schauen sie sich einmal sein Gefieder im Sonnenlicht an, dann erkennen sie schnell, dass er, wie auf meinem Foto, mit wunderschönen Farben aufwarten kann (Bild 3). Nicht zuletzt die herrliche Goldammer, deren schöner Gesang, oft scherzhaft mit "hab,hab,hab mich lieb" beschrieben wird, die in den leider viel zu wenigen Buschreihen in unserer Feldmark in Bodennähe brütet und die mit ihrer goldenen Farbe ein wunderschöner Farbtupfer in unserer Vogelwelt ist (Bild 4). Sie sind nur ein paar Beispiele für unsere attraktiven gefiederten Freunde, die leider aus den oft genannten Gründen in ihrer Zahl abnehmen und für die wir alles tun sollten um sie in unseren Gärten, Wäldern und Feldern zu erhalten. Schauen Sie aus dem Fenster und staunen Sie über die wunderschönen gelben und blauen Farben der kleinen Blaumeise, die "noch" häufig in unseren Gärten herumturnt.

 

Also, nicht nur das Seltene ist interessant, schön und bewundernswert, sondern jeder unserer kleinen gefiederten Freunde die täglich mit ihrem Gesang und ihrem Aussehen unseren Spaziergang verschönern.  

 

 

 

Ende Jan./Anfang Feb. 2019

Wenn´s läuft, dann läuft´s ...

 

(Text und Fotos: Manfred Wille)

(mw) Man muss sich nur gedulden und die Augen offenhalten in unserer schönen Natur, dann kann man die schönsten Dinge finden und entdecken.

Nachdem ich monatelang in größeren Wäldern wie dem Galgenberg oder Ottbergen, ja sogar in den Alfelder Bergen nach unserem größten Specht, dem Schwarzspecht, Ausschau gehalten habe, des öfteren seinem typischen Ruf "kliöööh" gehört und nachgegangen bin, aber diesen wunderschönen, krähengroßen, tiefschwarzen Specht nicht zu sehen bekam, hatte ich jetzt gleich an mehren Tagen das Glück ihn zu beobachten.

Nicht in einem größeren Waldgebiet, wie den Alfelder Bergen, oder dem Hildesheimer Wald, wo der Schwarzspecht verbreitet ist, sondern ausgerechnet im kleinen Borsumer Wald konnten meine Frau und ich diesen scheuen Vogel plötzlich bei einem Spaziergang sichten. Auch an den nächsten beiden Tagen konnte ich ihn am südlichen Waldrand hören und beobachten. Als ich seine Rufe imitierte flog er aufgeregt um mich herum und beäugte mich misstrauisch aus den Baumkronen (Bild 1). Ein vernünftiges Foto konnte ich nicht machen, da das Licht schon sehr schlecht war und er nie länger als 2 bis 3 Sekunden an einer Stelle sitzen blieb. " Na gut" dachte ich "dann eben nicht, die Natur ist ja kein Zoo und man braucht auch viel Glück für ein gutes Foto". Am nächsten Tag ging ich mal wieder durch den schönen Galgenberg und da, wie aus dem Nichts saß an einem Baumstamm hackend ein wunderschönes Schwarzspechtmännchen. Dieses kann man an der roten Kopfplatte erkennen, die Weibchen sind nur am Hinterkopf rot. Jetzt hatte ich monatelang kein Glück und konnte nun gleich an 4 aufeinanderfolgenden Tagen den herrlichen, scheuen Schwarzspecht beobachten. Ja, wenn's läuft, dann läuft's! :-)    

 

  

Beiträge 2018

Augen auf in der Natur!

 

(mw) Seit vielen Jahren gehen Frauen und Männer des Naturschutzvereins Borsum alle 3 bis 5 Jahre, in den 80iger und 90iger Jahren unter der Leitung von Bernhard Möller und in den letzten Jahren geführt durch unseren "Chefornithologen" Werner Hormann, einige Sonntage im Mai und Juni durch unser Nachbardorf Adlum um dort den Vogelbestand zu zählen. Anhand dieser Daten können wir feststellen ob und wie sich unsere Vogelwelt verändert. Das sind sehr schöne Begehungen die ich Interessierten nur empfehlen kann. Werner hat mehrfach darüber in Zeitschriften berichtet.

Das sich ein Spaziergang in und um Adlum herum auch in kälteren Jahreszeiten, wie Spätherbst und Winter, lohnt, konnten meine Frau und ich des öfteren in den letzten Wochen erleben.

Zwar sind die zahlreichen Sommergäste wie zum Beispiel Schwalben, Mauersegler und Rotschwänzchen längst zum Überwintern in wärmeren Gefilden, aber andere Arten haben sich, vor allem vor den Toren Adlums, eingefunden. Zwischen Adlum und Neuödlum sind häufig Silberreiher zu sehen (Bild 1). Wo im Sommer Greifvögel wie Wiesen- und Rohrweihen über die Felder schaukeln, kann man jetzt gelegentlich die Kornweihe beobachten. Die beiden Erstgenannten sind auch längst im Süden und die Kornweihe kommt zum Überwintern öfters aus dem Norden zu uns. Unlängst hat ein OVH - Mitglied in der Feldmark zwischen Adlum und Kemme sogar eine Schneeammer, beheimatet im hohen Norden, fotografiert. Ein Highlight!

Unser Highlight war eine Beobachtung des Edelsteins unserer heimischen Vogelwelt, des wunderschönen Eisvogels. Mitte November standen wir an einem sehr gepflegten Teich im Ort und bestaunten im "Indian Summer" die herrlichen Farben der großen Trauerweide über dem Gewässer (Bild 2). Aber das sollte nicht genug sein! Mitten in den goldenen Blättern saß dieser imposante Vogel (Bild 3) und zeigte uns mit welcher Schnelligkeit und Genauigkeit er ins Wasser stößt und mit einer Mahlzeit, einem kleinen Fisch, wieder herauskommt um ihn an der gleichen Stelle im Geäst zu verspeisen. Sicher auch nur ein vorübergehender Gast. Zum Brüten fehlen die Steilwände und wenn im Winter der Teich zufriert, kann er nicht mehr jagen und muss sich offene, fließende Gewässer suchen.

Wir haben so viele schützenswerte Biotope in unserer Gemeinde, man muss sie nur finden. Augen auf in der Natur! :-)

 

Text und Fotos: Manfred Wille

 

November 2018

Novemberimpressionen

(Text + Fotos: M. Wille)

 

Liebe Naturfreunde/innen,

 

jedes Jahr graut mir ein wenig vor dem Monat November.Warum eigentlich? Okay, wenn ich gerade aus dem Fenster den trüben Morgen sehe, könnte man das gut verstehen. Aber es gibt, mit ein wenig Wetterglück, gerade in diesem Monat so herrliche Momente (Bild 1).

Als ich letztens meinen Streifzug durch das Gebiet "Borsumer Pass" machte, war es zuerst recht still, nur das ferne Brummen der Autos auf der Bundesstraße war zu hören. Kräftiger Wind regnete goldene Blätter, dunkle Wolken "spielten" mit dem Sonnenschein und ich ging über einen Blätterteppich wie ihn so nur Mutter Natur "weben" kann (Bild 2). 

Je länger ich durch diese schöne Landschaft schritt, um so mehr erwachte die Fauna.

Hunderte von Ringeltauben flogen aus den großen Bäumen in die Höhe, ein Schwarm Wacholderdrosseln suchte nach reifen Beeren, ein Grünspecht "meckerte", zwei laut auffliegende Jagdfasane erschreckten mich fast zu Tode, einige Bussarde schwebten lautlos über meinen Kopf und mehrere Amseln ließen sich die Äpfel der Obstwiese des OVH, Ortsgruppe Algermissen, schmecken. Offensichtlich hat der Usutu Virus hier nicht so grausam zugeschlagen. Plötzlich turnte ein Schwarm  schwarz - weißer Schwanzmeisen (ca. 20, schlecht zu zählen, die Biester sitzen ja nie still) durch die Büsche. Einfach wunderschön diese zierlichen Wesen. Dann verfolgte ich einen Schwarm Vögel, die ständig in großer Höhe umherflogen. Sie interessierten mich, waren aber in der Entfernung und ständigem Gegenlicht nur schwer zu erkennen. Bis es mir dann gelang, einige der ca. 30 Vögel beim Verzehr leckerer, roter Beeren zu betrachten (Bild 3).

Rotdrosseln, die kleinsten hier vorkommenden Drosseln, die vor allem an ihren rötlichen Flanken und dem hellen Streifen über dem Auge gut von anderen Drosseln, wie der ähnlichen Singdrossel, zu unterscheiden sind. Allerdings brüten sie hauptsächlich in Nord- und Osteuropa, wie Skandinavien, Sibirien, Schottland, teilweise auch in Island und sind bei uns nur zum Überwintern von Oktober bis Ende März zu beobachten.

Hoch erfreut über diese tollen Beobachtungen trat ich die Heimreise aus dieser schönen Herbstlandschaft mit der Erkenntnis an:

Auch der November hat seine schönen Momente!

 

Ach ja, bevor ich die "Zivilisation" wieder betrat, wünschte mir noch ein netter Bewohner einen gute Heimreise (Bild 4) :-). 

 

 

 

Oktober 2018

Ganz schön clever, diese Rabenvögel!

(M. Wille) Vielleicht haben Sie sich in diesen Herbstwochen schon einmal gewundert, dass bei einem Spaziergang durch unsere Felder auf den geteerten Wegen so viele leere Walnussschalen liegen (Bild 1). 

Wer nascht hier ständig leckere, gesunde Nüsse?

Des Rätsels Lösung ist ganz einfach und ich konnte es schon mehrfach beobachten. Krähen, auch Dohlen, waren die Verursacher!

 

Rabenvögel, wie die hier vorkommenden Kolkraben, Rabenkrähen (Bild 2), Saatkrähen (Bild 3), gelegentlich Nebelkrähen, Dohlen (Bild 4 - in Hagemanns Scheune am Kindergarten-), aber auch die uns gut bekannten Elstern und Eichelhäher gehören zu dieser Familie, gelten als besonders intelligent.

Sie tragen in ihrem Schnabel Walnüsse von einem nahen Baum zu einer geteerten Straße oder einem Feldweg, lassen sie aus größerer Höhe auf den harten Untergrund fallen, um so an den leckeren Inhalt der zersplitterten Nüsse zu gelangen. Sie benutzen so den Asphalt als eine Art Werkzeug.

Im Internet kann man es u. a. in einem Beitrag aus Japan sehr anschaulich und witzig betrachten. Dort haben sich die Krähen noch um eine Intelligenzstufe gesteigert. Sie werfen die Nüsse an einer Ampel in der Rotphase vor die stehenden Autos, lassen sie bei Grün überfahren, um sie beim nächsten Stopp von der Fahrbahn zu holen und genüsslich zu verzehren.

Die Autos sind also ihre Nussknacker. Darauf muss man erst einmal kommen.

Hut ab, vor unseren gefiederten Freunden!       

 

Im nächsten Jahr wieder in unserem Veranstaltungsprogramm:

Spaziergang an den Derneburger Teichen

(W.Kauer) Die Teiche sind eines der Kerngebiete des FFH Gebietes 121 Innersteau. Die Paul-Feindt-Stiftung, gegründet von unserem Mutterverein, dem Ornithologischen Verein zu Hildesheim e.V. (OVH), hat die Teiche im Jahr 2007 vom Land Niedersachsen gekauft. Die Teiche bildeten um 1974 den Ausgangspunkt für die einzige binnenländische Brutpopulation des Mittelsägers (Mergus merganser) in Niedersachsen. Weitere Brutvögel sind Nilgans, Graugans, Höckerschwan, Stockente, Reiherente, Tafelente, Haubentaucher, Zwergtaucher und Schwarzhalstaucher; Graureiher, Wasseramsel, Gebirgstelze und Eisvögel sind ebenfalls hier zu Hause. Die Artenliste beträgt 202 Arten.

 

Aber auch für denjenigen, der ab und an einfach mal einen schönen Spaziergang in naturnaher Umgebung liegt, sind die Teiche immer eine kurze Anfahrt wert. Praktisch alle Teiche sind von gut ausgebauten Wegen aus einzusehen. Zu den Attraktionen des Landschaftsparks gehört der Laves-Pfad mit einer Reihe von denkmalgeschützten Gebäuden. Die Mühle aus dem Jahr 1598 ist ebenfalls im Besitz der Stiftung. Auf einer Anhöhe, südlich der Teiche, steht der sehr dominierende Bau des Schlosses Derneburgs.

 

Unser Vereinsmitglied Manfred Wille gibt mit einigen Fotos schon einen Vorgeschmack: 

Jäger und Beute finden gemeinsam den Tod

30.09.2018

(M. Wille)  Jedes Jahr im Herbst kann man auf den Feldern und in den Gärten große Ansammlungen von Staren beobachten, die sich für die Reise in den Süden zusammentun. Und wie jedes Jahr kommen dann auch die Greifvögel in die Dörfer um zu jagen (Bild 1: 2017, ein Sperber rupft Star an einem Spielplatz in der Feldstraße in  Borsum).

Am Sonntag, dem 30.09.2018 hörte ein Anwohner derselben Straße einen kurzen, lauten Schrei und fand in seiner Einfahrt einen toten Star und daneben einen leblosen Sperber (Bild 2). Hier sind Jäger und Beute auf der Jagd (Flucht) gemeinsam, sicher durch ein vorbeifahrendes Auto, ums Leben gekommen. 

 

 

Juli 2018

Ein Hauch von Meer

Die Vogelstimmen und Beobachtungen versetzten mich für einige Minuten an die Nord- oder Ostsee. Urlaubsstimmung!

 

Es waren flüchtende Kiebitze, die lauten  Rufe von 6 umherfliegenden Graugänsen, unzählige Bachstelzen die Nahrung suchend am Ufer hin und her liefen, aber auch ständige Warnrufe von 2 Austernfischer und Flussregenpfeifer sowie völlig in sich ruhende Grünschenkel. Dazu noch junge Stockenten und singende Teichrohrsänger.

 

Aber weit gefehlt, es war kein Strand an Nord- oder Ostsee, sondern ein Klärteich der Zuckerfabrik Clauen.

 

 

Das Gute liegt oft so nah :-)!

 

M. Wille

Juni 2018

Prachtlibellen im Bruchgrabengebiet

Jetzt kann man sie wieder zu tausenden über dem Bruchgraben, am Ufer und den angrenzenden Wiesen in Borsum, Soßmar und Adlum bestaunen. Die zierlichen Prachtlibellen, die über das Wasser und die Halme schweben und mit ihrer wunderschönen blauen Farbe die Blicke des Beobachters auf sich ziehen. Sollte man sich unbedingt ansehen!

 

M. Wille

Winterspaziergänge

 

(wk) Dass man als Naturliebhaber auch im Winter bei einem kleinen Spaziergang auf seine Kosten kommt, zeigen die Fotos von Brigitte Engelhardt aus Hildesheim, die sie unserem Vorsitzenden geschickt hat.

 

Die Zaubernuss, der Kernbeißer, Rotkehlchen ... sie alle bringen Farbe in den Tag.

 

Die drei letzten Bilder zeigen durchziehende Seidenschwänze.

 

Wir bedanken uns sehr herzlich dafür!

 

 

frühere Beiträge

Nur ein kurzer Sommer für die weiße Amsel in Borsum

Nanu? wen haben wir denn da ?  (Foto: Christa Deister)
Nanu? wen haben wir denn da ? (Foto: Christa Deister)

(wk) Eine weiße Amsel erregte für einige Zeit die Aufmerksamkeit der Borsumer. Die weiße Amsel wurde zwischenzeitlich in der Nähe des Spielplatzes am Sonoyta-Platz kopflos aufgefunden, wie Winfried Wolpers mitteilte.

 

Sicherlich erlangte sie nicht den Bekanntheitsgrad des „weißen Rehs“, das vorzeitig leider das Schicksal vieler anderer Rehe teilte und vor dem Kühler eines PKW landete.

 

Ob es sich bei der Amsel um einen Albino handelte oder die artspezifische dunkle Färbung auf einen sog. Leuzismus zurückzuführen war, kann leider nicht abschließend geklärt werden.

 

Auch der Leuzismus kann angefangen von weißen Flecken bin hin zum gänzlichen Fehlen der normalerweise dunklen Färbung der Federn wie im konkreten Fall führen. Den Tieren fehlt dann die den Farbstoff bildenden Zellen (Melanozyten). Anders als Albinos haben diese Vögel jedoch dunkle Augen. Beim Albinismus käme es hingegen zu einer Rot- bzw. Rosafärbung der Augen. Albinos verfügen zwar über die beim Leuzismus fehlenden pigmentbildenden Zellen, der Farbstoff kann jedoch aufgrund eines anders gelagerten Gendefekts nicht gebildet werden.

 

Wissenschaft hin, Wissenschaft her. Viele Borsumer freuten sich über diese Laune der Natur und wünschen dem „Exoten“ ein möglichst langes Leben.

 

 

Nachfolgend 2 weitere Fotos, die uns erreichten:

ohne Worte  (Foto: Christa Deister) - Ausschnitt -
ohne Worte (Foto: Christa Deister) - Ausschnitt -
Foto: Barbara Kusch
Foto: Barbara Kusch