Streifzüge durch die Natur

Ein aufmerksamer Spaziergang ... und schon bemerken wir Dinge in der Natur, die unsere Aufmerksamkeit wecken. Wir werden auf dieser Seite in lockerer Folge und ohne jegliche Systematik sowie wissenschaftlichen Anspruch Kurzbeiträge unserer Mitglieder vorstellen, die sich um Fragen drehen, die neugierig gemacht haben. Und wir sind auch jedem dankbar, der uns über die Kontaktseite mit weiteren Beiträgen "füttert".

 

 

Heute:

 

 

November 2018

Novemberimpressionen

(Text + Fotos: M. Wille)

 

Liebe Naturfreunde/innen,

 

jedes Jahr graut mir ein wenig vor dem Monat November.Warum eigentlich? Okay, wenn ich gerade aus dem Fenster den trüben Morgen sehe, könnte man das gut verstehen. Aber es gibt, mit ein wenig Wetterglück, gerade in diesem Monat so herrliche Momente (Bild 1).

Als ich letztens meinen Streifzug durch das Gebiet "Borsumer Pass" machte, war es zuerst recht still, nur das ferne Brummen der Autos auf der Bundesstraße war zu hören. Kräftiger Wind regnete goldene Blätter, dunkle Wolken "spielten" mit dem Sonnenschein und ich ging über einen Blätterteppich wie ihn so nur Mutter Natur "weben" kann (Bild 2). 

Je länger ich durch diese schöne Landschaft schritt, um so mehr erwachte die Fauna.

Hunderte von Ringeltauben flogen aus den großen Bäumen in die Höhe, ein Schwarm Wacholderdrosseln suchte nach reifen Beeren, ein Grünspecht "meckerte", zwei laut auffliegende Jagdfasane erschreckten mich fast zu Tode, einige Bussarde schwebten lautlos über meinen Kopf und mehrere Amseln ließen sich die Äpfel der Obstwiese des OVH, Ortsgruppe Algermissen, schmecken. Offensichtlich hat der Usutu Virus hier nicht so grausam zugeschlagen. Plötzlich turnte ein Schwarm  schwarz - weißer Schwanzmeisen (ca. 20, schlecht zu zählen, die Biester sitzen ja nie still) durch die Büsche. Einfach wunderschön diese zierlichen Wesen. Dann verfolgte ich einen Schwarm Vögel, die ständig in großer Höhe umherflogen. Sie interessierten mich, waren aber in der Entfernung und ständigem Gegenlicht nur schwer zu erkennen. Bis es mir dann gelang, einige der ca. 30 Vögel beim Verzehr leckerer, roter Beeren zu betrachten (Bild 3).

Rotdrosseln, die kleinsten hier vorkommenden Drosseln, die vor allem an ihren rötlichen Flanken und dem hellen Streifen über dem Auge gut von anderen Drosseln, wie der ähnlichen Singdrossel, zu unterscheiden sind. Allerdings brüten sie hauptsächlich in Nord- und Osteuropa, wie Skandinavien, Sibirien, Schottland, teilweise auch in Island und sind bei uns nur zum Überwintern von Oktober bis Ende März zu beobachten.

Hoch erfreut über diese tollen Beobachtungen trat ich die Heimreise aus dieser schönen Herbstlandschaft mit der Erkenntnis an:

Auch der November hat seine schönen Momente!

 

Ach ja, bevor ich die "Zivilisation" wieder betrat, wünschte mir noch ein netter Bewohner einen gute Heimreise (Bild 4) :-). 

 

 

 

archivierte Berichte

Oktober 2018

Ganz schön clever, diese Rabenvögel!

(M. Wille) Vielleicht haben Sie sich in diesen Herbstwochen schon einmal gewundert, dass bei einem Spaziergang durch unsere Felder auf den geteerten Wegen so viele leere Walnussschalen liegen (Bild 1). 

Wer nascht hier ständig leckere, gesunde Nüsse?

Des Rätsels Lösung ist ganz einfach und ich konnte es schon mehrfach beobachten. Krähen, auch Dohlen, waren die Verursacher!

 

Rabenvögel, wie die hier vorkommenden Kolkraben, Rabenkrähen (Bild 2), Saatkrähen (Bild 3), gelegentlich Nebelkrähen, Dohlen (Bild 4 - in Hagemanns Scheune am Kindergarten-), aber auch die uns gut bekannten Elstern und Eichelhäher gehören zu dieser Familie, gelten als besonders intelligent.

Sie tragen in ihrem Schnabel Walnüsse von einem nahen Baum zu einer geteerten Straße oder einem Feldweg, lassen sie aus größerer Höhe auf den harten Untergrund fallen, um so an den leckeren Inhalt der zersplitterten Nüsse zu gelangen. Sie benutzen so den Asphalt als eine Art Werkzeug.

Im Internet kann man es u. a. in einem Beitrag aus Japan sehr anschaulich und witzig betrachten. Dort haben sich die Krähen noch um eine Intelligenzstufe gesteigert. Sie werfen die Nüsse an einer Ampel in der Rotphase vor die stehenden Autos, lassen sie bei Grün überfahren, um sie beim nächsten Stopp von der Fahrbahn zu holen und genüsslich zu verzehren.

Die Autos sind also ihre Nussknacker. Darauf muss man erst einmal kommen.

Hut ab, vor unseren gefiederten Freunden!       

 

Im nächsten Jahr wieder in unserem Veranstaltungsprogramm:

Spaziergang an den Derneburger Teichen

(W.Kauer) Die Teiche sind eines der Kerngebiete des FFH Gebietes 121 Innersteau. Die Paul-Feindt-Stiftung, gegründet von unserem Mutterverein, dem Ornithologischen Verein zu Hildesheim e.V. (OVH), hat die Teiche im Jahr 2007 vom Land Niedersachsen gekauft. Die Teiche bildeten um 1974 den Ausgangspunkt für die einzige binnenländische Brutpopulation des Mittelsägers (Mergus merganser) in Niedersachsen. Weitere Brutvögel sind Nilgans, Graugans, Höckerschwan, Stockente, Reiherente, Tafelente, Haubentaucher, Zwergtaucher und Schwarzhalstaucher; Graureiher, Wasseramsel, Gebirgstelze und Eisvögel sind ebenfalls hier zu Hause. Die Artenliste beträgt 202 Arten.

 

Aber auch für denjenigen, der ab und an einfach mal einen schönen Spaziergang in naturnaher Umgebung liegt, sind die Teiche immer eine kurze Anfahrt wert. Praktisch alle Teiche sind von gut ausgebauten Wegen aus einzusehen. Zu den Attraktionen des Landschaftsparks gehört der Laves-Pfad mit einer Reihe von denkmalgeschützten Gebäuden. Die Mühle aus dem Jahr 1598 ist ebenfalls im Besitz der Stiftung. Auf einer Anhöhe, südlich der Teiche, steht der sehr dominierende Bau des Schlosses Derneburgs.

 

Unser Vereinsmitglied Manfred Wille gibt mit einigen Fotos schon einen Vorgeschmack: 

Jäger und Beute finden gemeinsam den Tod

30.09.2018

(M. Wille)  Jedes Jahr im Herbst kann man auf den Feldern und in den Gärten große Ansammlungen von Staren beobachten, die sich für die Reise in den Süden zusammentun. Und wie jedes Jahr kommen dann auch die Greifvögel in die Dörfer um zu jagen (Bild 1: 2017, ein Sperber rupft Star an einem Spielplatz in der Feldstraße in  Borsum).

Am Sonntag, dem 30.09.2018 hörte ein Anwohner derselben Straße einen kurzen, lauten Schrei und fand in seiner Einfahrt einen toten Star und daneben einen leblosen Sperber (Bild 2). Hier sind Jäger und Beute auf der Jagd (Flucht) gemeinsam, sicher durch ein vorbeifahrendes Auto, ums Leben gekommen. 

 

 

Ein Hauch von Meer

Juli 2018

Die Vogelstimmen und Beobachtungen versetzten mich für einige Minuten an die Nord- oder Ostsee. Urlaubsstimmung!

 

Es waren flüchtende Kiebitze, die lauten  Rufe von 6 umherfliegenden Graugänsen, unzählige Bachstelzen die Nahrung suchend am Ufer hin und her liefen, aber auch ständige Warnrufe von 2 Austernfischer und Flussregenpfeifer sowie völlig in sich ruhende Grünschenkel. Dazu noch junge Stockenten und singende Teichrohrsänger.

 

Aber weit gefehlt, es war kein Strand an Nord- oder Ostsee, sondern ein Klärteich der Zuckerfabrik Clauen.

 

 

Das Gute liegt oft so nah :-)!

 

M. Wille

Prachtlibellen im Bruchgrabengebiet

Juni 2018

Jetzt kann man sie wieder zu tausenden über dem Bruchgraben, am Ufer und den angrenzenden Wiesen in Borsum, Soßmar und Adlum bestaunen. Die zierlichen Prachtlibellen, die über das Wasser und die Halme schweben und mit ihrer wunderschönen blauen Farbe die Blicke des Beobachters auf sich ziehen. Sollte man sich unbedingt ansehen!

 

M. Wille

Winterspaziergänge

 

(wk) Dass man als Naturliebhaber auch im Winter bei einem kleinen Spaziergang auf seine Kosten kommt, zeigen die Fotos von Brigitte Engelhardt aus Hildesheim, die sie unserem Vorsitzenden geschickt hat.

 

Die Zaubernuss, der Kernbeißer, Rotkehlchen ... sie alle bringen Farbe in den Tag.

 

Die drei letzten Bilder zeigen durchziehende Seidenschwänze.

 

Wir bedanken uns sehr herzlich dafür!

 

 

frühere Beiträge:

Nur ein kurzer Sommer für die weiße Amsel in Borsum

Nanu? wen haben wir denn da ?  (Foto: Christa Deister)
Nanu? wen haben wir denn da ? (Foto: Christa Deister)

(wk) Eine weiße Amsel erregte für einige Zeit die Aufmerksamkeit der Borsumer. Die weiße Amsel wurde zwischenzeitlich in der Nähe des Spielplatzes am Sonoyta-Platz kopflos aufgefunden, wie Winfried Wolpers mitteilte.

 

Sicherlich erlangte sie nicht den Bekanntheitsgrad des „weißen Rehs“, das vorzeitig leider das Schicksal vieler anderer Rehe teilte und vor dem Kühler eines PKW landete.

 

Ob es sich bei der Amsel um einen Albino handelte oder die artspezifische dunkle Färbung auf einen sog. Leuzismus zurückzuführen war, kann leider nicht abschließend geklärt werden.

 

Auch der Leuzismus kann angefangen von weißen Flecken bin hin zum gänzlichen Fehlen der normalerweise dunklen Färbung der Federn wie im konkreten Fall führen. Den Tieren fehlt dann die den Farbstoff bildenden Zellen (Melanozyten). Anders als Albinos haben diese Vögel jedoch dunkle Augen. Beim Albinismus käme es hingegen zu einer Rot- bzw. Rosafärbung der Augen. Albinos verfügen zwar über die beim Leuzismus fehlenden pigmentbildenden Zellen, der Farbstoff kann jedoch aufgrund eines anders gelagerten Gendefekts nicht gebildet werden.

 

Wissenschaft hin, Wissenschaft her. Viele Borsumer freuten sich über diese Laune der Natur und wünschen dem „Exoten“ ein möglichst langes Leben.

 

 

Nachfolgend 2 weitere Fotos, die uns erreichten:

ohne Worte  (Foto: Christa Deister) - Ausschnitt -
ohne Worte (Foto: Christa Deister) - Ausschnitt -
Foto: Barbara Kusch
Foto: Barbara Kusch